Anschlusskommunikationen

Empirische Untersuchungen zu spezifischen Verstehensprozessen und Rezeptionskompetenzen


Gesprächsführung: Rob Doornbos
Begleitung & Auswertung: Ralph Olsen


Mit diesem Projekt wird der Frage nachgegangen, ob sich in Anschlusskommunikationen (unmittelbar nach dem Besuch eines Theaterstückes) Rezeptionskompetenzen zeigen, die – verstanden als Anteile einer übergreifenden Medienkompetenz – didaktisch fruchtbar gemacht werden können.

Im Anschluss an Theateraufführungen führt Rob Doornbos mit den Theaterbesucherinnen und –besuchern (jeweils etwa 80 Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Realschulen sowie von Gymnasien) ein Nachgespräch durch. Die Gespräche werden von Dr. Ralph Olsen wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Info:
Gemeinhin wird insbesondere Hauptschüler/inne/n eine angemessene Rezeption dramatischer Texte nicht zugetraut und ihnen folglich vorenthalten. Falls ‚Theater’ dennoch Eingang in die Hauptschule findet, schlägt sich dies zumeist in handlungs- und/oder produktionsorientierten Umsetzungen nieder.
An einer Erkundungsstudie nahm eine Mannheimer Hauptschulklasse aus einem so genannten ‚Brennpunkt‘ drei Jahre lang teil. Die ersten Untersuchungsergebnisse zeigen überraschende Einblicke in Verstehensprozesse, die beim Umgang mit literarischen Texten unumgehbar sind, jedoch im Deutschunterricht oft nicht vorhanden zu sein scheinen. Wenn Schüler/innen im Anschluss an die Rezeption eines Theaterstücks allerdings sehr wohl solche Rezeptionskompetenzen zeigen, stellt sich die didaktisch spannende Frage, inwieweit die Rezeption von ‚Theatertexten‘ Möglichkeiten für die Entwicklung einer übergreifenden Medienkompetenz bietet und welche Chancen hier auch für die Förderung von Lesekompetenz/literarischer Rezeptionskompetenz im Rahmen des Deutschunterrichts liegen.

Aufgrund der Ergebnisse der Erkundungsstudie wird derzeit mit dem holländischen Theaterpädagogen und Regisseur Rob Doornbos ein Gesprächsführungskonzept (im Sinne der Aktionsforschung) in Anlehnung an das neosokratische Gespräch ausgearbeitet.